Unser Ausblick 2022

Unser Ausblick auf 2022

Was erwartet uns im Jahr 2022 am Immobilienmarkt? Lohnt sich die Investition in den Traum vom eigenen Zuhause? Unser Vorstandsvorsitzender Stefan Bender schildert seine Erwartungen an die nahe Zukunft und liefert einen ganz persönlichen Tipp für alle, die über eine eigene Immobilie nachdenken.

Herr Bender, gerade für die PSD Bank RheinNeckarSaar eG und ihre Kunden sind Immobilien ein zentrales Thema. Wenn Sie heute eine Prognose abgeben sollten: In welche Richtung werden sich die Immobilienpreise im Jahr 2022 Ihrer Voraussicht nach entwickeln?

Nach Auswertung aller Indikatoren werden wir bei Immobilien auch in 2022 mit einem hohen Preisniveau rechnen müssen. Die Zinsen bleiben voraussichtlich auf einem weiterhin sehr niedrigen Niveau. Die Nachfrage nach Wohneigentum ist vor allem in den Ballungsgebieten sehr hoch. Deshalb gehen wir gerade dort weiter von Steigerungen der Immobilienpreise aus, die sich aber nicht mehr so rasant nach oben entwickeln werden, wie bisher.

Was bedeutet Ihre Einschätzung für das Geschäftsgebiet der PSD Bank RheinNeckarSaar eG?

Die Einschätzung gilt ebenfalls für unser Geschäftsgebiet. In Baden-Württemberg haben die Immobilienpreise bereits Rekordniveau erreicht. Auch im Saarland nehmen wir weiter steigende Preise wahr. Wir gehen davon aus, dass die Immobiliennachfrage auch in absehbarer Zeit sehr hoch bleiben wird.

Welchen Einfluss hat die Corona-Pandemie auf die Immobilienpreise?

Die Pandemie hat sich nicht wesentlich dämpfend auf die Immobilienpreise ausgewirkt. Die veränderten Arbeitsbedingungen, wie zum Beispiel das vermehrte Arbeiten im Home-Office, werden die Nachfrage nach geeigneten Immobilien aus unserer Sicht weiter ankurbeln. Gleichzeitig könnte sich eine leichte Tendenz von Stadt zu Land abzeichnen. Aber gerade in unserem Geschäftsgebiet ist dies nicht immer klar abzugrenzen, da die Bewegung von den Ballungsräumen in den ländlichen Bereich dort schon seit geraumer Zeit für knappe Angebote sorgt.

Das neue Kabinett plant den Bau von 400.000 Wohnungen. Welche Auswirkung hat das nach Ihrer Einschätzung auf den Markt?

Kurzfristig wird das keinerlei Auswirkungen haben. Da wird man im Hinblick auf eine nachhaltige Entspannung auf dem Immobilienmarkt in längeren Fristen denken müssen. Aber das Signal ist richtig. Wir benötigen mehr Wohnraum, vor allem im privaten Bereich. Denn wir müssen dringend das Wohnungseigentum im Vergleich zur Miete stärken, um im europäischen Vergleich allmählich die rote Laterne abzugeben.

Die Inflationsrate steigt rasant. Inwiefern kann sich das auf Zinsen und damit auf Bauprojekte auswirken?

Tatsächlich ist diese Entwicklung stark wahrnehmbar, aber aufgrund des hohen Geldmengenumlaufs in den zurückliegenden Jahren nicht ganz unerwartet. Hohe Inflation macht das tägliche Leben teurer. Eine Überprüfung der Anlagestrategie ist daher zu empfehlen. Eines gilt aber jetzt besonders: Sachwerte sind relativ inflationssicher, werden also durch Inflation nicht entwertet. Generiert eine Immobilie darüber hinaus Mieteinnahmen, so profitiert der Anleger zusätzlich zur Wertsteigerung von laufenden Erträgen.

Manche Menschen sprechen von einer Immobilienblase. Ist die Sorge berechtigt?

Zunächst müssen wir den Begriff „Immobilienblase“ definieren. Sie entsteht, wenn überteuerte Immobilien auf ein lockeres und damit unvernünftiges Finanzierungsgebaren treffen. Wenn Menschen Immobilien erwerben, die sie sich eigentlich nicht leisten können, ist das risikoreich. Denn wenn sich die Finanzierungsbedingungen verschlechtern, kann es wegen des schmalen Finanzrahmens zu Notverkäufen kommen. Sind viele Immobilien derart nachlässig finanziert, kann eine Blase platzen. In Deutschland gibt es jedoch aufgrund seriöser Finanzierungsangebote keine Immobilienblase. Das wird sich auch in Zukunft nicht ändern. Allerdings ist es besonders wichtig, seriöse Banken als kompetente Partner bei der Finanzierung des Traums von der eigenen Immobilie an der Seite zu haben.

Im Ausland haben wir Immobilienblasen und deren Folgen aber erlebt.

Das stimmt. Aber anders als in Ländern wie zum Beispiel Spanien finanzieren deutsche Geldinstitute Eigenheime äußerst selten
zu 100 Prozent, sondern fordern einen Eigenkapitalanteil von 20 bis 25 Prozent. Dieser hohe Anteil an Eigenkapital senkt das Risiko, dass Banken Nachfinanzierungen von Kunden anfordern, wenn beispielsweise eine Überhitzung des Marktes droht. Kurz: Unter anderem durch den Eigenkapitalanteil können Immobilienkäufer selbst schnell erkennen, ob die Wunschimmobilie krisensicher finanzierbar ist.

Manche Eigentümer würden gerne den niedrigen Zins dauerhaft sichern. Geht das?

Ja, es ist möglich einen bestimmten Zinssatz schon vor Ablauf der Zinsbindung zu sichern. Dies ist zum Beispiel im Rahmen eines Forwarddarlehens realisierbar. Ein solches Darlehen kann man sich schon 36 Monat vor Ablauf der Zinsbindung einräumen lassen.

Inwiefern hat die PSD Bank RheinNeckarSaar eG diese Themen bei der Planung für das Jahr 2022 berücksichtigt?

Die Nachfrage nach Immobilien und den dazugehörigen Finanzierungen wird auch im neuen Jahr hoch bleiben Das birgt viel Potenzial, um unsere Aktivitäten in der Immobilienvermittlung und im Baufinanzierungsgeschäft weiter auszubauen. Genau das planen wir, sind jedoch vorsichtig mit Wachstumsprognosen. Denn uns ist auch bewusst, dass wir uns in einem hart umkämpften Markt bewegen. Wir setzen weiter darauf, mit unserer Erfahrung im Immobilienmarkt und einem hohen Qualitätsanspruch in der Beratung zu punkten. Übrigens haben wir das Thema Wohnen auch in unserem Zukunftsprogramm berücksichtigt, indem Kunden, die z. B. ihre Immobilie bei uns finanzieren, besondere Rabatte auf ihr Girokonto erhalten.

Was würden Sie denn ganz persönlich raten, wenn sich Menschen mit ihrem Traum vom eigenen Zuhause beschäftigen?

Meine Frau und ich haben uns schon sehr früh für eine eigene Immobilie entschieden und dies bis heute nicht bereut. Die eigenen vier Wände bieten einem ein Stück Sicherheit – Sie brauchen sich zum Beispiel keine Gedanken über mögliche Mieterhöhungen oder Kündigungen zu machen.

Gleichzeitig gewinnt, wer im Eigenheim wohnt, auch ein gewisses Maß an Freiheit: Es ist schön, das Zuhause ganz nach seinen eigenen Wünschen zu gestalten. Wenn einem das Haus oder die Wohnung selbst gehören, denkt man langfristiger und kann seine Vorstellungen vielfältiger verwirklichen.

Und wer die aktuelle Marktsituation betrachtet – an dieser Stelle spricht nun wieder der Banker zu Ihnen – sollte das momentan anhaltende Zinstief nutzen sowie die aktuellen Preise. Diese sind zwar hoch, aber mit hoher Wahrscheinlichkeit günstiger als morgen. Wer, statt Miete zu zahlen, in die eigene Immobilie investiert, hat im Alter, wenn die regelmäßigen Einnahmen bei vielen Menschen weniger werden, dafür auch weniger Ausgaben.

Haben Sie ein bestimmtes Objekt im Auge, rechnen unsere erfahrenen Berater*innen gerne einmal mit Ihnen durch, wie Ihre ganz persönliche Finanzierungslösung aussehen kann.

Neben allen rechnerischen Fakten ist aber eines besonders wichtig: Entscheiden Sie sich ganz bewusst. Ihr neues Zuhause muss zu Ihrem Leben passen. Wenn Sie das richtige Objekt gefunden haben, hören Sie auch auf ihr Bauchgefühl. Das ist so ziemlich der einzige Punkt, den wir Ihnen nicht abnehmen können!