Mehrere Generationen unter einem Dach

Mehrgenerationenhaus – Leben in Gemeinschaft

Das Zusammenleben unter einem Dach wird immer beliebter, weil  ein starkes soziales Umfeld und der tägliche Austausch wichtige Eckpfeiler für ein glückliches, selbstbestimmtes Leben sind. In einem Mehrgenerationenhaus ist dies möglich – auch noch im hohen Alter.

Hilfe unter einem Dach

Über 40 Prozent aller Haushalte in Deutschland sind heute Single-Haushalte. Zum einen sind die Menschen im Alter häufig auf sich alleine gestellt. Dies  betrifft oft Frauen, die durchschnittlich ein höheres Lebensalter erreichen als Männer. Und zum anderen nimmt auch der Prozentsatz der alleinlebenden jüngeren Menschen zu. Gleichzeitig sind viele Alleinerziehende und junge Familien darauf angewiesen, in der Kinderbetreuung unterstützt zu werden.  Gemeinsame Wohnprojekte bieten hier viele Möglichkeiten, sich gegenseitig zu helfen und werden immer beliebter. Dies gilt natürlich auch für Familien, die mit den Großeltern, den Kindern oder Enkeln unter einem Dach wohnen.

Zusammen Spaß haben

Das gemeinsame Miteinander kommt allen zugute und löst generationsübergreifend wichtige Aufgaben:  Mütter und Väter mit kleinen Kindern, die Job und Familie unter einen Hut bringen müssen, können sich auf Unterstützung ebenso verlassen wie Ältere, die etwa einen Arzttermin im nächsten Ort wahrnehmen müssen. Neben solchen praktischen Hilfen bietet der normale Alltag aber auch viele wichtige soziale Kontakte, in denen es  um Freundschaft, um Austausch und das gemeinschaftliche Erleben von Freizeit geht. Häufig gibt es in den im Mehrgenerationenhaus Gemeinschaftsräume, Cafés oder ein Spielzimmer als Treffpunkte der Generationen, in denen man Gespräche führt, Spaß zusammen hat und auch voneinander lernt.

Gemeinsam gegen Einsamkeit

Jüngere Menschen schätzen an älteren Menschen häufig deren Wissen und Erfahrung und fühlen sich entspannt, weil  es keinen Konkurrenzdruck gibt.  Ältere Menschen übernehmen gern Mitverantwortung für nachfolgende Generationen, fühlen sich gefordert und gebraucht.

Dieses Gefühl der Lebenszufriedenheit im Alter ist in seiner Bedeutung auch wissenschaftlich nachgewiesen. Untersuchungen zeigen, wie stark sich soziale Beziehungen positiv auf die Gesundheit des Einzelnen auswirken und Personen mit stabilen sozialen Kontakten statistisch gesehen eine höhere Lebenserwartung haben sollen.

Das Wohnen im Mehrgenerationenhaus – das bedeutet für viele Bewohner: Gemeinsam gegen Einsamkeit,  gemeinsam für mehr Lebensglück.

Förderung von Mehrgenerationenhäusern

Die Kosten für den Neubau eines Mehrgenerationenhauses setzen sich aus drei Faktoren zusammen:

  • Kosten für das Grundstück, Grundbuch und weitere Nebenkosten
  • reine Baukosten und Baunebenkosten
  • laufende Kosten im Betrieb

Einige Musterhausanbieter haben sich bereits auf Mehrgenerationenhäuser spezialisiert. Hier lässt sich der Baupreis teilweise erheblich reduzieren, da beispielsweise geringere Planungskosten anfallen. Die Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW)  bietet verschiedene Förderprogramme an, die bei der Finanzierung eines Mehrgenerationenhauses eventuell interessant sind. Das sind z. B.:

  • Baukindergeld
  • Energieeffizient Bauen
  • Altersgerecht Umbauen (Zuschuss und zinsgünstige Kredite)

Daneben unterstützen auch Bund, Länder und Kommunen sowie einige soziale Träger, Kirchen oder die Pflegekasse das Mehrgenerationenwohnen mit Zuschüssen und Fördermitteln. Und auch der Bund, genauer das Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend fördert unter dem Dachprogramm „Soziales Wohnen im Alter” das Modellprogramm „Gemeinschaftlich wohnen, selbstbestimmt leben“. Die bundesweit 29 geförderten Wohnprogramme zeigen, wie gemeinschaftliches Wohnen für alle Generationen geöffnet und zugleich der Zusammenhalt im Wohnumfeld gestärkt werden kann.